Heimatliebe

Das „böse“ Ding

Bund deutscher Mädchen, BdM genannt,
ihn gab es einst in Hilters „großen“ Tagen.
Es galt, schon früh den „rechten“ Schritt zu wagen.
Ward überall „sein“ Siegel eingebrannt?

Jungvolk, HF – Hier gab’s kaum Widerhall.
Wie konnte sonst das „böse“ Ding passieren`?
Ich darf berichten, will mich nicht genieren.
In Friedrichs Molkerei gab’s einen Fall:

Die BdM-Schar war beim Schwatzen, Singen.
Wir, ein paar Jungen, schlichen uns heran
und spähten schmunzelnd durch ein Astloch dann.

Ich hielt den Schlauch. Nun mußte es gelingen:
Ein Wasserstrahl! Jäh gab es ein Geschrei
– und mit dem ganzen Singen war’s vorbei!

Heinz Mönkemeyer

Heimatdichter, * 30. März 1928, † 26. Dezember 2006

Bürgermeister von Stahle (bis zur Eingemeindung 1970), Ratsherr, Bezirksverwaltungsstellenleiter, Ortsheimatpfleger, Heimatdichter, Schriftsteller. Er war Ehrenmitglied der Hoffmann-von-Fallersleben-Gesellschaft, Träger der Ernst-Moritz-Arndt-Plakette (1993) und Inhaber des Ehrenamtspreises der Stadt Höxter (2004).

Gedicht aus dem Band „Stahler Sonette: Rückwärts blickend vorwärts schauen“ von Heinz Mönkemeyer. Veröffentlich 1996 vom MuNe-Verlag, Paderborn. ISBN: 3-9805505-1-6.

Freut euch jeden 1. Freitag im Monat auf ein neues Gedicht!

Anmerkung:
Um einen Ausbruch der BdM-Mädchen zu verhindern, hatten wir unbemerkt in einer dunklen Abendstunde „vorsorglich“ die hochgelegene straßenseitige Außentür verbarrikadiert. Das war uns auf der damals noch vorhandenen Milchkannen-Verladerampe leicht möglich

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