Heimatliebe

Die Linde

Wie viele kannten ihn, den Lindenbaum!
Auf schwanken Äsen konnten wir uns wiegen.
Im Kronendach sind wir herumgestiegen.
Für Kletterkünste bot er reichlich Raum.

Er blühte duftend, und die Bienen kamen.
Ihr Summen hab ich heute noch im Ohr.
Im Alter holt man vieles nun hervor,
und findet auch, verklärend, viele Namen.

Auch einen für die gute alte Linde.
Sie sah so weit, so weit ins Land hinein –
Den Stürmen trotzend, stand sie dort allein.

Daß ich sie heute nirgendwo mehr finde,
das weiß ich wohl, rauscht es auch ringsumher –
Die Linde meiner Jugend rauscht nicht mehr!

Heinz Mönkemeyer

Heimatdichter, * 30. März 1928, † 26. Dezember 2006

Bürgermeister von Stahle (bis zur Eingemeindung 1970), Ratsherr, Bezirksverwaltungsstellenleiter, Ortsheimatpfleger, Heimatdichter, Schriftsteller. Er war Ehrenmitglied der Hoffmann-von-Fallersleben-Gesellschaft, Träger der Ernst-Moritz-Arndt-Plakette (1993) und Inhaber des Ehrenamtspreises der Stadt Höxter (2004).

Gedicht aus dem Band „Stahler Sonette: Rückwärts blickend vorwärts schauen“ von Heinz Mönkemeyer. Veröffentlich 1996 vom MuNe-Verlag, Paderborn. ISBN: 3-9805505-1-6.

Freut euch jede Woche auf ein neues Gedicht!

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