Heimatliebe

Anno dazumal

’nen Bleyleanzug gab’s zur Kommunion.
Wenn’s nötig war, dann wanderte er weiter –
Bei allem Ernsten stimmte vieles heiter,
und dankbar waren wir für jeden Lohn.

Mein Vater hat der Kinder Haar geschnitten;
oft saß er auch vor einem Schusterbock.
Die Mutter stopfte, nähte Kleid und Rock.
Wir schlachteten. – Nein, Not ward nicht gelitten.

Vor keiner Kiste sah’n wir abends fern.
– Von solchen Dingen war noch nichts zu ahnen. –
Der Tag verlief in alten, festen Bahnen.

Oktober – blinkte führ der Abendstern -,
dann glitt der Rosenkranz durch harte Hände…

Das kommt nicht wieder – doch, es spricht nun Bände!

Heinz Mönkemeyer

Heimatdichter, * 30. März 1928, † 26. Dezember 2006

Bürgermeister von Stahle (bis zur Eingemeindung 1970), Ratsherr, Bezirksverwaltungsstellenleiter, Ortsheimatpfleger, Heimatdichter, Schriftsteller. Er war Ehrenmitglied der Hoffmann-von-Fallersleben-Gesellschaft, Träger der Ernst-Moritz-Arndt-Plakette (1993) und Inhaber des Ehrenamtspreises der Stadt Höxter (2004).

Gedicht aus dem Band „Stahler Sonette: Rückwärts blickend vorwärts schauen“ von Heinz Mönkemeyer. Veröffentlich 1996 vom MuNe-Verlag, Paderborn. ISBN: 3-9805505-1-6.

Urlaubsbedingt ein neues Gedicht erst am 24.9.!

 

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